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By Hans Zirker

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Es fällt vor allem auf, daß Johannes immer nur die Bruderliebe, die Liebe der Christen untereinander, fordert, dagegen nie von der Liebe zu den Menschen überhaupt spricht“ 18 . „Brüderlichkeit“ ist also im Neuen Testament die Kennzeichnung eines zunehmend exklusiven innergemeindlichen Bewusstseins und Verhaltens 19 – im deutlichen Unterschied zu Jesu Forderung der „Nächstenliebe“, die jeden meint, auf dessen Not ich treffe. Dass sich das Zweite Vatikanische Konzil (ob bewusst oder unbewusst) davon abhebt und von den Christen verlangt, sich zu allen Menschen „brüderlich“ zu verhalten, ist mehr als eine sprachliche Korrektur.

53 P. Antes, Offenbarung, 476. 32 Daraus ergibt sich für den Islam die ständige Gefahr – sie bestimmt gegenwärtig noch weitgehend die Realität –, dass er das Christentum aus keiner anderen Perspektive wahrnimmt und bewertet als der des Korans, obwohl dieser zunächst gerade nicht das Christentum schlechthin im Blick hat, sondern die Christen in der Umgebung Mohammeds. In dem Maß, in dem eine Religion derart an eine dogmatische Vorgabe gebunden ist, liegt es nahe, dass spätere geschichtliche Erfahrungen nur noch insofern gewonnen werden, als sie dem einmal fixierten Urteil entsprechen und dieses wiederum bestätigen; man weiß also immer schon, wie es um die andere Religion steht und was man von ihr zu halten hat.

Westermann, ḥādāš, 528. Ebd. 529. 4 J. Behm, kainós, 451f. 3 52 dem sie auf die vorgängigen Verheißungen, Erwartungen und hoffnungsstiftenden Erfahrungen zurückgreift. Selbstverständlich ist das Verhältnis der frühen christlichen Gemeinden zu den Überlieferungen Israels nicht auf dieses eine Wort fixiert und lässt sich nicht mit ihm allein ausloten. Aber es ist ein entscheidendes Signal für die Überzeugung, dass die den früheren Generationen angesagte Zukunft jetzt angebrochen, dass „die Zeit erfüllt“ ist (Gal 4,4); dass mit Jesus die Geschichte eschatologisch qualifiziert wurde.

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