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By Friedrich Stadler

Die zweite Auflage dieses inzwischen vergriffenen Buches (1. Auflagen Suhrkamp 1997/2001) stellt die einzige Gesamtdarstellung und Dokumentation des Wiener Kreises im historischen Kontext dar. Es liefert eine wissenschaftsgeschichtliche und systematische Untersuchung zum Logischen Empirismus des Wiener Kreises, der bis heute als bahnbrechende Strömung wissenschaftlicher und analytischer Philosophie eine internationale Berühmtheit erlangt hat.

Nach der Vorgeschichte des Wiener Kreises in der Monarchie wird das geistige Umfeld der „Spätaufklärung“ in der Ersten Republik als Grundlage für die Entwicklung des Schlick-Zirkels (mit der Publikation der Protokolle), sowie des Vereins Ernst Mach und Karl Mengers Mathematisches Kolloquium dargestellt. Die interne und externe Entwicklung dieser Gruppe wird bis zum „Anschluss“ 1938 beschrieben, die einerseits durch einen blühenden Aufstieg mit wachsender Anerkennung im Ausland, andererseits durch die Vertreibung aus ihrer Heimatstadt charakterisiert ist. Dabei wird auf der foundation von Primärquellen das Verhältnis des Wiener Kreises zu den wichtigsten Bezugspersonen wie Ludwig Wittgenstein, Heinrich Gomperz und Karl Popper (mit einem Interview) neu dargestellt, sowie der Pluralismus des Kreises am Beispiel von Otto Neurath und Moritz Schlick illustriert.Der dokumentarische Teil bietet eine biografische und bibliografische Gesamtschau des Wiener Kreises und seiner Peripherie auf dem aktuellsten Stand der Forschung sowie die erste quellenorientierte Dokumentation zur folgenreichen Ermordung von Moritz Schlick im Jahre 1936.Das Buch stellt ein Standardwerk zur Geschichte des Wiener Kreises dar, der für die damalige europäische Wissenschaftsphilosophie und ihre Wirkung in der heutigen analytischen philosophy of technology exemplarisch ist.

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Die sozialkritische und mehrsprachige frühe Feministin Anna Schapire betrieb internationale Studien aus Philosophie, Literatur, Nationalökonomie und dissertierte 1906 über „Arbeitsschutz und die politischen Parteien in Deutschland“, wodurch sicherlich Neuraths sozial- und wirtschaftspolitisches Engagement angeregt wurde. Nicht zuletzt auf ihre Initiative hin ging Neurath nach Berlin, wo er bei Eduard Meyer und Gustav Schmoller seine nationalökonomischen Studien fortsetzte und bereits 1904 den Artikel „Geldzins im Alterum“ publizierte.

Als eigentlicher Begründer des Wiener Kreises wird (von Philipp Frank 1949) jedoch der Mathematiker Hans Hahn5 bezeichnet. Tatsächlich scheint er sowohl im Ur-Kreis als auch nach dem Ersten Weltkrieg als Organisator in diesem Sinne gewirkt zu haben – nicht zuletzt dadurch, dass er im Jahre 1922 maßgeblich für die Berufung Moritz Schlicks nach Wien tätig werden sollte, aber auch durch seine inhaltlichen Beiträge bzw. Popularisierungen im Bereich von Mathematik, Logik und Wissenschaftsphilosophie.

Muß man annehmen, daß es den Wissenschaftlern überlassen bleibt, neue Aussagen zu finden und dann den Segen der Philosophen zu erbitten? Werden diese uns lehren, was im Grunde von den in der Wissenschaft benützten Begriffen zu halten ist? Die Hauptarbeit mußte innerhalb der Wissenschaften geleistet werden; das gilt für die Begriffsanalyse wie auch für alles andere. So definiert sich die empiristische, antimetaphysische Einstellung, charakteristisch beim Physiker Frank wie beim Mathematiker Hans Hahn (†1934), beim Soziologen-Ökonomen Otto Neurath, die gleichermaßen von den französischen Konventionalisten, vom Pragmatismus, von Mach und Einstein, von den modernen Logistikern, von einer Soziologie mit empiristischer Ausrichtung beeinflußt sind.

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