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By Joachim Häfele

Joachim Häfele untersucht den Einfluss von urbanen Disorder-Phänomenen (Incivilities) auf die Furcht vor und die Einstellungen zu Kriminalität. Damit stehen das Disorder-Modell und/oder ähnliche Ansätze (z. B. Broken-Windows-Ansatz) zur Erklärung personaler Kriminalitätsfurcht auf dem Prüfstand. Mithilfe von statistischen Mehrebenenanalysen gelingt es dem Autor, eigenständige Effekte des sozialräumlichen Kontextes auf Kriminalitätsfurcht und personale Kriminalitätseinstellungen zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen u. a., dass Incivilities eine ambivalente und teilweise durchaus widersprüchliche Wirkung auf die Kriminalitätsfurcht haben. Insbesondere Social Incivilities oder abweichende Handlungen erhöhen die Risikoperzeption und führen zu einem Absinken des kriminalitätsbezogenen Sicherheitsgefühls. Social Incivilities, die häufig sichtbare Erscheinungsformen von Armut darstellen, werden immer stärker als allgemeine Bedrohung interpretiert, used to be sich auch in einer ansteigenden Risikoeinschätzung, Opfer einer Straftat zu werden, niederschlägt.

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Erklärt wird dieser Effekt zum einen dadurch, dass Incivilities einen Zusammenbruch der moralischen Ordnung signalisieren. Ein solches Klima der Unberechenbarkeit bzw. des Kontrollverlusts führt dazu, dass die Bewohner ihr Viktimisierungsrisiko höher einschätzen und (in der Folge) Kriminalitätsfurcht entwickeln (Abbildung 6). Die zweite Verbindungslinie postuliert, dass Incivilities vorrangig als „signs of crime“ (LaGrange et al. 1992) oder „signal crimes“ (Innes/Fielding 2002) und damit als Zeichen einer unzureichenden informellen sozialen Kontrolle im Stadtteil interpretiert werden.

Vermeidehandlung thematisiert. : 244). Schwind et al. (2001) konnten relativ starke bivariate Korrelationen zwischen der Einschätzung von Incivilities als relevantes Problem im Stadtteil und der Kriminalitätsfurcht sowie der Risikoperzeption feststellen. Tiefergehende Analysen sowie die Kontrolle der Variablen Alter und Geschlecht blieben jedoch aus. Sessar et al (2004) konnten im Rahmen von multivariaten Regressionsanalysen für den Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg keinen direkten Effekt von perzipierten Incivilities auf die Kriminalitätsfurcht (gemessen durch die Erhebung von Angstgründen für abendliches zuhause bleiben) feststellen.

Des Broken-Windows-Ansatzes, die in Deutschland nach wie vor als sehr hoch einzustufen ist (Häfele 2006b; Häfele/Schlepper 2006; Sessar 2008). Hinzu kommt, dass die Aussagekraft der Ergebnisse dieser Studien vor allem dadurch wesentlich eingeschränkt ist, dass sie lediglich subjektiv perzipierte- und keine objektiven bzw. von unabhängigen Beobachtern gemessenen Incivilities als unabhängige Variable berücksichtigten. Ausnahmen stellen Häfele und Lüdemann (2006a) und Häfele (2006a) dar. In ihrer Gesamtheit zeigen auch die für den deutschen Sprachraum vorliegenden Ergebnisse ein eher widersprüchliches und den Einfluss von perzipierten Incivilities auf Kriminalitätsfurcht und Kriminalitätseinstellungen deutlich relativierendes Bild.

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