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By Lena Sachs

Jugendoffiziere sind als Referenten für Sicherheitspolitik ein wesentlicher Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Ob Unterrichtseinheiten im Politikunterricht, sicherheitspolitische Planspiele, Kasernenbesuche mit Schulklassen, Seminare für ReferendarInnen und Lehrkräfte oder die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien – die Angebote der Jugendoffiziere sind vielfältig. Im Jahr 2010 wurden bei derartigen Veranstaltungen zur politischen Bildung über 170.000 TeilnehmerInnen, größtenteils Jugendliche ab 14 Jahren, erreicht.
Seit den Gründungsjahren der Bundeswehr strebt diese eine Intensivierung des Einflusses auf das schulische Bildungswesen an. Um die Zusammenarbeit zwischen Jugendoffizieren und Schulen zu stärken sind in den letzten Jahren in mittlerweile acht Bundesländern Kooperationsvereinbarungen zwischen Kultusministerien und der Bundeswehr entstanden.
Im vorliegenden Band wird die Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und Bildungseinrichtungen von ihren Anfängen bis Heute dargestellt. Dabei werden die Intentionen und Strategien der Bundeswehr analysiert und untersucht welche Militarisierungstendenzen mit der benannten Zusammenarbeit einhergehen. Es wird der Fragestellung nachgegangen, ob durch den Einfluss der Bundeswehr auf den Schulunterricht eine kontroverse und kritische politische Bildung gewährleistet sein kann. Darüber hinaus wird die Frage aufgeworfen, welche Herausforderungen die Intensivierung von Werbe- und Legitimationsmaßnahmen der Bundeswehr an die Pädagogik stellt. Das Buch richtet sich insbesondere an Friedensinitiativen sowie Lehrkräfte und bietet grundlegende Informationen für die Argumentation und das Engagement gegen den zunehmenden Einfluss der Bundeswehr auf das Bildungswesen.

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BMVg, 2003, S. 19. 148 Vgl. Wagner, 2010. “149 Kritisiert wird außerdem, dass die suggerierte Realitätsnähe nicht gegeben sei und dass es zwar einen großen Spielraum gebe, um eine bessere und gerechtere Welt zu schaffen, die Gründe, warum dies in der Realität dennoch nicht geschieht, dabei jedoch außen vor gelassen würden. Nationalstaatliche Interessen, Machtpolitik, kapitalistische Konzerninteressen und vor allem innenpolitische Lobbygruppen spielen, so Wagner, bei POL&IS keine Rolle. 150 Auch die Opposition nimmt eine eher untergeordnete Rolle ein.

110 Die „Kommunikationsprofis“ sollen Experte und Sympathieträger in einer Person sein,111 denn oftmals sind Jugendoffiziere der erste und einzige Kontakt von Schülerinnen und Schülern zur Institution Bundeswehr. Sie stehen als „Mr. Bun106 Vgl. Pfisterer, 2011. Vgl. Informations- und Medienzentrale der Bundeswehr, 2010, S. 19. 108 Vgl. Humburg, 2008. 109 Vgl. BMVg, Teil 5. Die Gegenwart. 110 Vgl. Humburg, 2008. 111 Vgl. BMVg, 2009, Handbuch der JgdOffz, S. 5. 112 „Eine persönliche Meinung bleibt ihnen unbenommen.

102 Die Jugendoffiziere der Bundeswehr werden seit 1958 als wichtiger Bestandteil der Informationsarbeit im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr verstanden. Sie sollen heute den Sinn und Auftrag der deutschen Streitkräfte verdeutlichen und der Öffentlichkeit als Experten für Sicherheitsund Verteidigungspolitik zur Verfügung stehen. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt dabei auf Schulbesuchen in den Oberstufen. 103 Zu ihrem weiten Aufgabenspektrum gehören auch das Mitwirken in der Ausbildung von ReferendarInnen und in der Weiterbildung von Lehrkräften, die Durchführung des Simulationsspiels „Politik & Internationale Sicherheit“ (POL&IS), die Organisation von Seminarfahrten und Besuchen bei der Truppe sowie Öffentlichkeitsarbeit bei Großveranstaltungen.

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