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By Heinrich Fries, Georg Kretschmar (Hrsg.)

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Berall werden die spekulativen Spitzen des Systems zurückgeschnitten. Kritik meldete sich vor allem gegen den Subordinationismus im Verhältnis des Sohnes zu Gott Vater, gegen die Seelenlehre, die spiritualistische Eschatologie und Exegese. 19 Doch mit dem Fortfall der umstrittenen Seelenlehre mußten Trinitätslehre und Christologie verflachen, das Menschsein Christi hing dann allein an seiner Leiblichkeit. Jahrhundert weithin zur Normaltheologie des Orients geworden; daß seine Vertreter, voran Euseb von Caesarea, sich 325 gegen Athanasius und andere Repräsentanten der Lehrentscheidung von Nicaea wandten, hat am Ende den Namen des Origenes selbst überall in Mißkredit gebracht.

Alle Subordination gilt aber immer nur in dem Rahmen, daß die Zuordnung von Vater und Sohn keinen Anfang in der Zeit hat. Gott war nie ohne seine Weisheit l er kann nicht unabhängig davon gedacht werden, daß er sich in seinem Sohn offenbart. Dann muß es aber auch ein ewiges Gegenüber zu Vater und Sohn -letztlich der Trinität - geben, eine ewige Schöpfung, auf die hin der Sohn ewige Offenbarung des Vaters ist. Diese mit freiem Willen begabten Vernunftwesen, deren Zahl von Ewigkeit her festliegt - anders zu denken würde das griechische Axiom der Unveränderlichkeit Gottes bedrohen -, werden zu Trägern der Geschichte.

Entnimmt er die Pflicht zum nicht-wörtlichen Verständnis, also zu allegorischer Exegese: "auch im Neuen Testament gibt es tötenden Buchstaben" und begreift das Eunuchenwort dann vom Abschneiden der Leidenschaften der Seele mit dem lebendigen Worte Gottes (Heb 4, 12), dem "Schwert des Geistes" (Eph 6, 17). Von seiner Biographie spricht Origenes nicht mehr. Immerhin kann hier deutlich werden, daß seine Exegese - so seltsam, ja bisweilen spielerisch oder gar unsinnig sie uns scheinen magdoch Methode hatte und wissenschaftlich-kritisch war, wenn auch gewiß nicht historisch-kritisch.

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