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By Martin Heidegger

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Die Dame und der Herr, die besagtes Haus bewohnen, verlassen nach Tisch das Speisezimmer und begeben sich in den Nachbarraum, wo den Schreibtisch des Herrn – es ist Heiliger Abend – bereits ein hageres und ein wenig zerzaustes Fichtenbäumchen mit Beschlag belegt hat, das mit seinem armseligen Schmuck samt dem kaum wahrnehmbaren Waldgeruch dazu bestimmt ist, festliche Stimmung zu verbreiten. Die Maße des Baums sind so bescheiden, die über Jahre angefallenen Sternchen und Kugeln so angeschlagen und abgegriffen, daß dieser seiner Aufgabe nur bedingt gerecht zu werden vermag.

Kaufen ist für ihn gleichbedeutend mit Akzeptieren, Einwilligen: Man muß dieses ganze System akzeptieren, den Einzelhandel vor allem, diesen peinlichen Nahkampf, zu dem es unweigerlich kommt, sobald er ein Geschäft betritt; und im nächsten Augenblick, während er in gedämpftem Ton mit dem Kaufmann redet, der anbietet, empfiehlt, indes er höflich auswählt, dämmert ihm die Vision, daß sich hier zwei wilde Bestien mit fürchterlichen Tatzen gegenseitig an die Kehlen gehen in diesem elektrisch illuminierten Urwald, dieser Wüste aus Beton, sich im Ringen um den fetten Happen zerfleischen, auf Leben und Tod.

Fragt er den Wärter. �Sicher, natürlich«, gibt der sogleich zurück, »vor Weihnachten haben wir hier immer großen Hundemarkt, in dieser Woche sind schon vier aus dem neuen Wurf weggegangen, Welpen sind überhaupt keine mehr da. Einen Pumi hätten wir noch, knapp ein Jahr alt, ein Weibchen, wäre eine gute Zuchthündin. « fragt der Herr beharrlich. �Ja, junge Pulis, die sind jetzt in Mode. « fragt der Herr immer mißlauniger. »Und alle wollten einen Puli? Pulis sind jetzt Mode? « will er mit wachsender Resignation wissen.

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